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» NAJU Niedersachsen » Die Große Nussjagd in Niedersachsen
Von links: Anne Zachow, Vorstandsvorsitzende der Bingo-Umweltstiftung, Sabine Edlich (BUND) und Anne Kessel (NAJU), Projektleiterinnen bei der Großen Nussjagd
Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung aus Hannover zeichnete im April 2012 das landesweite Kooperations- Projekt zwischen dem BUND Landesverband Niedersachsen und der NAJU Niedersachsen "Die Große Nussjagd" als Projekt des Monats aus. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert. Die Auszeichnung würdigt den besonders beeindruckenden Einsatz der vielen jungen Freiwilligen, die sich bei sogenannten Nussjagden auf die Suche nach der seltenen Haselmaus begeben haben. Dabei sammeln die Kinder an Hecken und im Wald angenagte Haselnussschalen, um sie auf Spuren der Haselmäuse zu untersuchen. Diese hinterlassen nämlich so charakteristische Nagespuren, dass sie sich dadurch eindeutig nachweisen lassen.
Die Stiftung hat das Vorhaben bereits im Jahr 2010 mit mehr als 60.000 Euro gefördert. Das Projekt befindet sich nun im letzten Jahr seiner Durchführung. Bisher konnten auf diese Weise sieben Haselmausvorkommen entdeckt werden, u.a. im vergangenen September in St. Andreasberg.
Die "Waldgeister" der Kita Zum Frankenberge aus Goslar, die Gruppenleiterin und hinten Walter Wimmer (Leiter des Nationalparkhauses St.Andreasberg)
Dort machten sich am Morgen des 17.April die Projektleiterinnen, VertreterInnen der Stiftung und der Verbände, viele Gäste und die "Waldgeister" der KiTa Zum Frankenberge aus Goslar auf, um noch einmal nach Spuren der Haselmaus zu suchen. Außerdem wurde gemeinsam ein spezieller Haselmausnistkasten mit Fotofalle angebracht.
Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Anne Zachow, überreichte dann den Projektleiterinnen Sabine Edlich (BUND) und Anne Kessel (NAJU) die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung. Zachow lobte das Vorhaben als „Beitrag für aktiven Artenschutz und intensive Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit“.
Die Verbreitung der streng geschützten und seltenen Haselmaus ist aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise weitgehend unbekannt. Nur manchmal finden Naturschützer bei der Reinigung von Nistkästen Hinweise auf den putzigen Baumkobold. Aufgrund der vielen Geheimnisse der Haselmaus nutzen BUND und NAJU eine ihrer Leibspeisen, die Haselnuss, um den Weg zu ihr zu finden.
Hannover, St.Andreasberg - Die Teilnehmer einer Schulung haben am 24.September in Sankt Andreasberg Spuren einer Haselmaus gefunden. Damit ist erst der siebte Nachweis dieser Tierart in Niedersachsen gelungen.
An diesem Tag konnte einfach nichts schief gehen: Der Spätsommer lockte die angehenden „Nussjägermeister“ mit warmem Sonnenschein ins Freie. Am Vormittag hatten die Veranstalter von BUND und NAJU noch die theoretischen Grundlagen vermittelt. Nach der Mittagspause ging es dann zu einer Stelle am Waldrand. Unter mehreren Haselsträucher lagen aufgeknabberte oder aufgehackte Nussschalen. Die Runde sammelte fleißig Nüsse und konnte die meisten erfahrenen Eichhörnchen zuordnen.
Nach und nach fanden die „Nussjägermeister“ immer mehr Nussschalen mit kreisrunden Löchern und feinen Zahnmarken. Die beiden Projektleiterinnen hoffen deshalb, dass der Fund nun viele Harzer Kinder anspornt, ebenfalls nach der Haselmaus zu suchen.
Dank der freundlichen Förderung der Bingostiftung kann es ab Herbst 2011 wieder losgehen mit der Sammelleidenschaft! Alle Kinder in ganz Niedersachsen sind wieder aufgerufen, im Wald die Augen nach angeknabberten Haselnussschalen offen zu halten! Dahinter könnte sich die seltene und putzige Haselmaus verbergen. Mit dem BUND zusammen möchten wir den kleinen Nager an möglichst vielen Orten in Niedersachsen nachweisen. Helft uns dabei!
Wie eine Nussjagd funktioniert, alles, was man dafür braucht und vieles mehr gibt es unter www.nussjagd-niedersachsen.de!
Die Begleitmaterialien wie Broschüre und Rücksendeversandtasche können bei uns bestellt werden:
Telefon: 0511-9110530
E-Mail: sammelmaus@nussjagd-niedersachsen.de
Download unter niedersachsen.naju.de/nussjagd/downloads/index.html
Schulungen
Zum Start der zweiten Sammelrunde bieten wir auch wieder Schulungen zum Nussjägermeister an. Erwachsene, die Nussjagden mit Kindern veranstalten wollen, erhalten hier Wissenswertes über die Haselmaus, Spielideen, Material und vieles mehr. Die Schulungen sind kostenlos. Nach einer Teilnahme ist die Vermittlung von Nussjagden möglich, pro geführte Nussjagd kann eine Aufwandsentschädigung von 25,- Euro bei uns abgerechnet werden.
Schutzmaßnahmen
Wir wollen bis Ende 2012 aber nicht nur Nüsse sammeln, sondern auch gleich der Haselmaus und anderen Arten im Wald gezielt helfen: Mit einer Pflanzaktion kann jede Schulklasse und jede Gruppe zum Schutz der kleinen Schafmauas beitragen! Wir versorgen euch mit den Sträuchern, liefern euch Anleitungen und vermitteln Unterstützung vor Ort!
Für besonders interessierte Gruppen bieten wir außerdem Nistkästen mit einer Kamera an, die eine Dauerbeobachtung über das Sommerhalbjahr 2012 ermöglicht.
Weitere Informationen dazu gibt es hier.
Foto: Sven Büchner
Die Haselmaus ist klein, scheu und hauptsächlich nachts in dichten Sträuchern unterwegs – also schwer zu beobachten. Deshalb wissen wir sehr wenig darüber, wo sie in Niedersachsen zu Hause ist. Vermutlich hat die Haselmaus viel von ihrer Heimat verloren. Sie zählt daher zu den gefährdeten Tierarten. Mit unserer Nussjagd wollen wir aufklären, wo sie sich noch versteckt hält.
Wälder, in denen Haselmäuse leben können, sind reich an verschiedenen Sträuchern und Baumarten. Mit der Großen Nussjagd in Niedersachsen wollen wir herausfinden, wo es solche wertvollen Wälder gibt. Das wird uns helfen, die Haselmaus und ihr Zuhause aktiv zu schützen.
Vorbild für unsere Große Nussjagd in Niedersachsen ist die erfolgreiche Nussjagd in Sachsen im Jahr 2004. Dort gingen 4.500 kleine und große Nussjäger, unter anderem aus 142 Kindergärten und Schulen auf die Pirsch und sammelten 21.000 angeknabberte Haselnussschalen. Das schaffen wir auch!
Jeder kann mitmachen. Wir brauchen so viele Nüsse wie möglich!
Viel Glück beim Sammeln wünschen dir
Sammelmaus und Schlauemaus
Die Große Nussjagd in Niedersachsen wird gefördert von der
Foto: Sven Büchner
Nur wenige Menschen haben das Glück, eine Haselmaus im Wald zu sehen. Es gibt aber eine ganz einfache Methode herauszufinden, wo Haselmäuse zu Hause sind.
Wie der Name unserer Haselmaus schon verrät, gehört die Haselnuss zu ihrer Lieblingsnahrung. Die Nüsse werden direkt auf dem Strauch verzehrt. Dazu knabbert die Haselmaus ein kleines Loch in die Haselnussschale. Wenn die Schalen dann heruntergefallen sind, braucht man diese nur noch aufzusammeln.
Viele andere Tiere lieben ebenfalls Haselnüsse, jedoch lässt sich meistens genau sagen, wer seinen Hunger gestillt hat. Denn alle Tiere hinterlassen charakteristische Spuren. Das ist der Ansatz für unsere Große Nussjagd.
Wie bekommst du nun heraus, wer die Haselnuss gefressen hat? Schau dir den Rand der Öffnung einer aufgenagten Haselnuss genau an. Am besten geht das mit einer Lupe. Verlaufen die Spuren der Nagezähne parallel oder leicht schräg zum Öffnungsrand, ist das Loch fast kreisrund und hat einen glatten Rand?
Treffer! Das war die Haselmaus.
Vögel und Eichhörnchen zerbrechen oder halbieren die Haselnussschalen einfach, während Rötel-, Wald- und Gelbhalsmäuse Löcher nagen, die einen rauen Lochrand mit Zahnspuren senkrecht zum Öffnungsrand aufweisen.
Alles was du tun musst, ist die richtigen Nüsse finden!
Foto: Sven Büchner